This article in English: Utagawa Kuniyoshi
Utagawa Kuniyoshi ist einer der herausragenden Künstler der späten Edo Periode im 19. Jahrhundert. Er wurde im Jahr 1797 in Edo (heute Tokyo) geboren - als Europa gerade unter den Schockwellen der französischen Revolution stand.
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Über die Kindheit und Jugend von Kuniyoshi weiss man nicht viel. Sein Vater war ein Seidenfärber. Wie üblich, war Kuniyoshi nicht der Geburtsname des Jungen. Sein richtiger Name war Yoshisaburo.
Der junge Yoshisaburo entwickelte in frühen Jahren eine offensichtliche Leidenschaft fürs Zeichnen. Im Alter von 14 trat Kuniyoshi in die berühmte Utagawa Schule ein, die damals von dem großen Meister Utagawa Toyokuni (1769 - 1825) geführt wurde. Einige Quellen berichten, dass er zuvor schon Unterricht bei Katsukawa Shuntei bekommen hatte.
Toyokuni gab seinem talentierten Schüler Yoshisaburo den Namen Kuniyoshi. Zu der Zeit war es der Brauch, dass ein Student beim Eintritt in die Schule einen neuen Namen - einen Künstlernamen erhielt. Dieser sollte einen Bezug zu dem Namen des Meisters haben. Der Name Kuniyoshi wurde von der Endung "kuni" von Toyokuni und dem Anfang von Yoshisaburo gebildet.
Nachdem er die Utagawa Schule verlassen hatte, hatte er eine harte Zeit sich als Künstler durchzuschlagen. Kuniyoshi musste zeitweise sogar Fussmatten reparieren und verkaufen um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Kuniyoshi schaffte den künstlerischen und kommerziellen Durchbruch im Jahr 1827 mit den ersten 6 Entwürfen der Serie Die 108 Helden der Suikoden. Die Serie handelte von 108 Rebellen und ehrenwerten Banditen und beruhte auf einer alten chinesischen Novelle aus dem 14. Jahrhundert. Diese Novelle war in Japan sehr populär.
Kuniyoshi fuhr mit diesem Erfolgsmuster fort und konzentrierte sich auf Themen mit Kriegern und Helden. Man gab ihm den Spitznamen "Der Krieger-Grafik Kuniyoshi".
Nachdem er sich finanziell etabliert hatte, wandte sich Kuniyoshi anderen Themen zu - Geistern, komischen Themen, Landschaften, schöne Frauen und Schauspielerportraits. Er versuchte sein Glück auch mit Themen aus der Tier- und Pflanzenwelt. Diese neuen Themen, vor allem die Landschaftsbilder, waren von Hiroshige Ando zuvor mit Erfolg aufgelegt worden.
Seit ca. 1840 zeigen die Farbholzschnitte von Kuniyoshi Einflüsse westlicher Mal- und Grafikkunst. Kuniyoshi besass eine Sammlung westlicher Stahlstiche. Er bewunderte sie genauso wie die europäischen Impressionisten später die japanischen Grafiken bewundern sollten. Der westliche Einfluss zeigt sich bei den Kuniyoshi Farbholzschnitten in verschiedener Weise: Der Gebrauch der Perspektive, die Art wie er Wolken zeichnete und der Versuch die Effekte von Licht und Schatten zu zeigen.
In den Jahren von 1840 bis 1860 befand sich Japan in der Spätphase einer langen Periode von Frieden und relativem wirtschaftlichem Wohlergehen unter der Herrschaft des Shogunat. Der Preis, den man dafür zahlen musste, waren Zensur und Unterdrückung. Selbst die trivialen Dinge des täglichen Lebens waren bis in Einzelheiten vorgeschrieben. Kuniyoshi gehörte zu den Künstlern, die dagegen mit Satire und Ironie in seinen Werken protestierte.
Im Jahr 1843 hatte Kuniyoshi ernsthaften Ärger mit den Behörden und es wurde gegen ihn sogar ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Er kam mit einer Strafe und einer Ermahnung davon und das Triptych, das der Stein des Anstoßes war, wurde zerstört.
Im Gegensatz zu seinem etwas eingebildeten und arroganten Rivalen Kunisada Utagawa, war Kuniyoshi ein ganz normaler Mensch, der mit beiden Beinen auf der Erde blieb. Obwohl er sehr begabt war, musste er hart kämpfen um sich als Sohn eines Seidenfärbers nach oben zu arbeiten. Aber auch nachdem er es geschafft hatte, blieb er ein bescheidener Mensch. Er folgte unbeirrt seinen Überzeugungen. Wenn ihm ein Verleger nicht gefiel, dann nahm er von dem keine Aufträge an - ganz gleich wie lukrativ sie waren.
Kuniyoshi liebte Tiere und vor allem Katzen. Einer seiner Studenten erinnerte sich daran, dass in Kuniyoshis Haus immer ein Dutzend Katzen herumstreiften. Katzen kann man auch auf vielen seiner Holzschnitte finden - manchmal in einer Ecke versteckt. Ein Kuniyoshi Farbholzschnitt mit der Abbildung einer Katze hat unter Sammlern übrigens einen besonderen Wert.

Das künstlerische Schaffen von Kuniyoshi wurde in seinen späteren Jahren von seinem schlechten Gesundheitszustand beeinträchtigt. Gegen Ende seines Lebens machte er nur wenige Entwürfe und Kritiker zählen sie nicht zu seinen besten. Unter seinen Studenten gab es zwei große Talente - Yoshitoshi und Yoshiiku. Beide entwickelten sich später zu erbitterten Rivalen. Kuniyoshi kümmerte sich um seinen Studenten Yoshitoshi als wäre er sein eigener Sohn gewesen.
Utagawa Kuniyoshi starb an den Folgen eines Schlaganfalls am 14. April 1861.
Dieter Wanczura
(Mai 2001, überarbeitet April 2009)
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